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Thursday, November 27, 2014





Hallo Heimat,

ein deutsches Sprichwort sagt "Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt." So wirklich verstanden habe ich diesen Satz erst am anderen Ende der Welt. Um meine Miete zu bezahlen, dekorierte ich bei 40 Grad Plastikweihnachtsbäume in Sydney. Dabei dachte ich ziemlich oft an die schönen Weihnachtsbäume zu Hause, den Schnee, meine Lieben.

 Was bist du eigentlich? 
Maultaschen. Käsespätzle. Der Wald vor unserer Haustür. Das Vogelgezwitscher am Morgen. Der Sonnenuntergang. Für mich bist du nicht einfach nur der Ort, wo das Passwort für's WLAN-Netzwerk schon gespeichert ist. Für manche bist du vielleicht nur ein Wort mit sieben Buchstaben. Für mich bist du ein Ort der Geborgenheit, nicht nur ein Ort der grünen Wiese und des wolkenlosen Himmels. Du bist da, wo ich herkomme. Wo aus einem Zellknäuel meine Persönlichkeit wuchs. Du bist aber auch da, wo ich jetzt bin. Ich trage dich im Herzen. Auch in jedem Zuhause dieser Welt. Und wenn ich mit meinen Lieben telefoniere, dann bist du noch näher, als du es schon die ganze Zeit bist. Und ja, du bist auch der schwäbische Wurstsalat. Manche sagen, du bist ein Gefühl. Was passiert denn dann mit dir, wenn sich Gefühle ändern? Mmmh.  

Manchmal kannst du aber ganz schön witzig sein. Der eine liebe Mensch von einem sagt "s'sp-itzer ' s-tein" und der Andere "was hasch gsogt?- Schwätz deudsch!" - Ich sitze dazwischen, schmunzle in mich hinein und fühle dich.
Oder bist du, liebe Heimat, sagen zu können "Ach Mensch, hier hat mal Urte gewohnt."?  "Da drüben Petra. Hier im Planten und Plomen - Park habe ich schon mal in den Mülleiner gekotzt"? Wieder andere sehen dich vielleicht auch gar nicht als den Ort, wo sie geboren sind, sondern als den Ort, wo sie begraben sein wollen. Vielleicht bist du auch die "Lindenstraße", wenn man die neueste Folge gerade am Flughafen in Dubai guckt.

Aber eines bist du: wertvoll.
Danke dafür.


Viele Grüße
deine K. 

P.S.: Man hat jetzt einen Film über dich gemacht. 


Monday, December 02, 2013

  
Die Heimat ruft. Home is where your heart is. Aber mein Herz ist ja groß. Da passt das Schwabenland und die Hamburger Luft rein. 
Du kannst ein Mädel aus Schwaben bringen, aber nicht die Schwäbin aus dem Mädel. 

 


Grüß Gott, Maultaschen und eine Butterbrezel fehlt in Hamburg einfach. Auch wenn die Franzbrötchen so ihren Reiz haben. Die Alb, die Kässpätzle und der Blick über die Kaiserberge, wenn man zu Hause von einem Waldspaziergang zurückkommt. Der Moment, wenn man den Wald verlässt, das Laub unter den Füßen noch raschelt und man den Tau auf den Gräsern sieht. Ich freue mich auf 180 Grad Kurven Richtung Ochsenwang, auf Galoppstrecken über weite Wiesen oder auf lange Spaziergänge mit Zeit für die Liebsten.
Und ich freue mich über die bekannten Gesichter, auf die man in der Innenstadt trifft, denen man beim Bahnenziehen im Hallenbad begegnet oder beim Einkauf im Supermarkt entdeckt. 

Und dann sind da die neuen Straßenzüge, die man entdeckt. Fahren wie gewohnt ist nicht. Plötzlich ist da ein Kreisverkehr, wo noch nie einer war. 

 

Wie ungewohnt es ist, wenn man in die Stammkneipe kommt und nicht wie früher die Hälfte der Gäste kennt.

Wie schön ist es, im Jugendbett aufzuwachen und den Blick durch den Raum zu werfen. Die vielen Fotos, Bilder, die Weltkarte an der Wand. Ein Flashback an eine Zeit, wo man sich noch keine Gedanken über Steuern, Wohnung, Studium gemacht hat.

 

Was für ein tolles Gefühl die alten Cowboystiefel zu tragen und mit dem Hund zu toben.

Wie gut schmeckt ein Tankstellen-Kaffee mit der besten Freundin, wenn man wie in den alten Zeiten die Nacht durchgetanzt hat und zusammen auf der noch warmen Motorhaube sitzt. Mit Blick in den Sternenhimmel. Inklusive Sternschnuppen. Was ich mir wünsche?


Home Sweet Home, Dez. 2013
 xxx