Collect moments. Not things.

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Friday, July 25, 2014


Wir sitzen in überfüllten Bussen und Bahnen, stecken im Verkehr fest. Ärgern uns. Sind im Zeitdruck. Blicken alle zehn Minuten auf die Uhr, weil man eigentlich das Wochenende so sehr herbeisehnt und unbedingt noch zur Post muss. Für die Abgabe nächste Woche gibt es auch noch keine Fortschritte. Und dann erzählt einem jeder "Bleib cool" - "Probier mal Yoga zur Entspannung" - "Kennst du Meditation?". 

Wie werde ich also ruhiger? - Kann ja auch für's Reisen helfen. 

Kann Meditation vielleicht helfen, wenn man wieder merkt, wie einem vor Anspannung die Brust zuschnürt? Christoph Biallas von der online - Meditation School (Link hier) habe ich das und noch ein wenig mehr gefragt. Und seine Achtsamkeitsübung (siehe unten) habe ich auch gleich mal ausprobiert...


 Für viele ist es das erste Bild: Räucherstäbchen und Rumsitzen – aber was bedeutet Meditation für den, der es ausübt – und was kann mit Meditation alles erreicht werden? 

Meditation bedeutet vor allem eins: Achtsamkeit. Wer meditiert nimmt das Leben bewusster wahr. Es geht nicht darum irgendwelche besonderen Bewusstseinszustände zu erreichen. Vielmehr geht es darum sein Bewusstsein zu wecken und voll im Hier und Jetzt zu sein.

Seit wann praktizierst du Meditation und was fasziniert dich daran?

Ich meditiere jetzt seit über einem Jahr. Was mich fasziniert sind zwei Dinge: Die Erkenntnis wie wenig Kontrolle wir eigentlich über unsere eigene Gedanken haben und wie reich die Gegenwart ist.

Jeder der einmal versucht hat eine Minuten an nichts zu denken, wird wissen, wie schwer das ist. Unsere Gedanken beherrschen uns und nicht umgekehrt. Dies erkennt man durch Meditation und lernt damit umzugehen.

Lernen, in der Gegenwart zu sein. 

Zudem gelingt es einem durch Meditation wirklich in der Gegenwart zu sein. Gedanken zur Zukunft und Vergangenheit lässt man einfach ziehen und spürt so die Welt im Augenblick. Dies ist ein unglaublich spannendes und vertrautes Gefühl, dass jeder einmal gespürt haben sollte.

 
Online Meditieren lernen

Was hat dich dazu bewogen, mit Meditation anzufangen?

Die reine Neugier. Eigentlich bin ich kein sonderlich spiritueller Mensch, aber durch Meditation ist mir aufgefallen, dass Spiritualität ein Teil unserer aller Leben ist, den wir auskosten sollten.

Zudem wollte ich meinen sportlichen Aktivitäten, ein gewisses Maß an „geistigen“ Aktivtäten entgegensetzen. Ich wollte ausprobieren, wie es sich anfühlt neben einen starken Körper auch einen starken Willen und Geist zu haben. 

Und? 
Fühlt sich gut an.



Was hat sich mit Beginn der Meditation bei dir verändert? Welche Veränderungen hast du wahrgenommen?

Ich bin deutlich fokussierter geworden. Ich lebe stärker im Hier und Jetzt. Ich genieße den Augenblick mehr. Ich bin einfach aufmerksamer und achtsamer.

Wenn ich esse, esse ich mit Genus und wenn ich mich unterhalte, höre ich wieder wirklich zu und bin nicht mit meinen Gedanken schon beim nächsten Termin. Wer meditiert, erlebt einfach mehr vom Leben und dies auch noch intensiver.

Wozu hast du eine Online-Schule für Meditation gegründet? Kann man das online überhaupt erlernen?
 
Die Vision ist, über Online-Kurse die unterschiedlichen Facetten von Meditation abzudecken. Man kann Meditation zu unterschiedlichsten Sachen nutzen: Mehr Erfolg im Job, mehr Spaß beim Essen oder mehr Willen beim Sport.

Unsere Meditationskurse sollen unseren Kunden etwas bringen, was über die typische Erwartungshaltung an Meditation hinausgeht.

Aber hier haben wir noch einen weiten Weg vor uns – und wir stehen noch sehr am Anfang.

Was nervt dich in der heutigen - teils doch sehr hektischen - Welt, das dir durch die Meditation erst „bewusst“ geworden ist?

Mich nervt, wenn Leute während eines Gesprächs ständig auf ihr Handy schauen. Unbewusst passiert mir das auch immer wieder einmal und ich ärgere mich dann sehr über mich selbst. Es ist einfach respektlos der anderen Person gegenüber.

Wir hoffen ständig, dass die Zukunft etwas Neues bringt, etwas Besseres – und sind süchtig nach Nachrichten aus der Zukunft. Dabei ist alles was wir brauchen in der Gegenwart und alles dort ist gut.
  



Kann man denn auch auf Reisen oder unterwegs meditieren?

Klar. Man braucht nicht viel zur Meditation – eigentlich nicht einmal Ruhe. Auch wenn das sehr hilft.

Es gibt nichts Schöneres als morgens im Urlaub nach einer Runde Sport am Strand zu meditieren. Das ist ein unglaublich erhebendes Gefühl.

Viele Leute meditieren aber auch einfach auf dem Weg zur Arbeit. Wichtig ist nicht das wie und wo, wichtig ist, dass man meditiert und das regelmäßig.

Und jetzt ihr: 10 Minuten still sitzen. Na, wer traut sich?

Wie schnell kann man das Meditieren lernen? Wie fängt man am besten an?

Es geht beim Meditieren nicht darum, es schnell zu lernen. Es geht darum, sich mit der Meditation zu entwickeln und zu wachsen.

Am besten fängt man mit einfachen Atemübungen an. Einfach einmal zehn Minuten gerade auf einen Stuhl setzen, die Unterarme auf die Oberschenkel legen und nur auf seinen Atem fokussieren.

Nach ein paar Sekunden werden die Gedanken vom Atem abschweifen und man wird an irgendetwas anderes denken. Dann ist es wichtig sich nicht darüber zu ärgern oder Vorwürfe zu machen, sondern einfach den Gedanken an sich vorbeiziehen zu lassen und sich wieder auf seinen Atem konzentrieren. Es ist wie ein Tanz – ein verdammt schwieriger Tanz.




Gibt es Basic-Tipps aus der Meditation, um Nerven zu bewahren, wenn es unterwegs mal stressig wird? Achtsamkeitsübungen?

Es gibt eine richtig gute Atemtechnik, um Nervosität zu zügeln und Lampenfieber einzudämmen. Dabei muss man die Zunge gegen seinen Gaumen pressen und gezielt ein- und ausatmen. Die genaue Übung gibt es hier auf Youtube (Link hier)  - Sieht ein bisschen gurumäßig aus, ist aber sehr cool.

Was sind deine Lieblingsplätze in Hamburg?

Vor meiner Balkontour mit den Blick auf den Innenhof. Ich mag es simpel und das Gefühl, dass meine Familie in meiner Nähe ist, wenn ich meditiere.





 Christoph, Danke für das Interview!

Wednesday, July 02, 2014



"Wenn es den Betrieb betrifft, dann sind mir die Werte wichtig. Ich habe hier Mitarbeiter aus allen verschiedenen Glaubensrichtungen, die gemeinsam wohnen und arbeiten. Wir auferlegen hier den Mitarbeitern nicht, dass sie einem christlichen Glauben folgen müssen."  (Niklaus Kaiser von Rosenburg)


Friday, May 23, 2014


INTERVIEW mit ROBERTO CAPITONI -- { hach, wieder mit einem Schwaben zu schwätze, tut guat. Roberto ist im Interview vor seiner Moderation im Quatsch-Comedy-Club so lebensfroh wie ein Italiener, so direkt wie ein Schwabe und püntklich wie ein Deutscher. Ich mag seinen Humor. Und seine Lieblingsplätze, die er mir verrät. Obwohl er mir keinen Witz erzählt. Aber er ist Einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Authentisch! }















Roberto - du Vollblutschwabe. Du kommst aus Isny und hast auch in Stuttgart schon gelebt. Wo waren in der Schwabenmetropole deine Lieblingsplätze?
In der Zeit, als ich in Stuttgart gelebt habe, ging das ja mit den Hausbesetzungen los. Und ich war damals noch als Punk unterwegs. Also mit kurzen, gefärbten Haare. Ich war viel auf dem Schlossplatz unterwegs. Der wurde jetzt aber ja auch schon wieder ziemlich umgebaut. Jedes Jahr ist wieder etwas anders. Aber vor dem Schloss ist es dort einfach immer schön - gerade im Sommer. Da bin ich, wenn ich mal wieder in Stuttgart bin, am liebsten.

Sein Lieblingsplatz in Koblenz? - Bei seiner Frau im Bett.

Wie ging es nach Stuttgart für dich weiter?
Nach Stutgart ging es Richtung Schorndorf und Winnenden, dann wieder kurz zurück ins Allgäu. Anschließend für 14 Jahre nach Köln und heute bin ich seit etwa 14 Jahren in Koblenz. 

Hast du in Koblenz auch einen "Lieblingsplatz"?
Ja, den habe ich. Bei meiner Frau im Bett. 

(Ich lache) Sehr gut.
Nein Quatsch - es gibt auch noch andere. Ne, also in Koblenz gibt es wirklich viele schöne Plätze. Zum Beispiel oben auf dem Ehrenbreitstein. Die große Festung wurde jetzt ausgebaut durch die Bundesgartenschau. Dann gibt es da noch das Deutsche Eck, wo der Rhein und die Mosel zusammenfließen - Da ist es wunderschön. Auch die Altstadt hat ganz tolle Ecken. Da gab es früher mitten in der Stadt einen Platz, der immer nur betoniert und für mich der hässlichste Platz überhaupt war. Jetzt gibt es dort ein tolles, neues futuristisches Gebäude mit der Stadtbiblitohek von Koblenz.

Also tut sich etwas in Koblenz. Sollte man da hinziehen? Vielleicht sogar weg von Hamburg?
Hamburg ist für mich und meine Frau mit die geilste Stadt Deutschlands. Ich bin ja auch sehr viel in Berlin und in anderen Städten unterwegs, aber Hamburg hat sowas Großes. Wenn man es wollte, steigt man ins Schiff und fährt nach Amerika. Der Gedanke ist einfach schön. Gestern waren wir bis drei Uhr früh auf in der Schanze unterwegs - das hat einfach was. Und die Reeperbahn ist sowieso immer nahe am Puls. Als der Quatsch Comedy Club noch auf der Reeperbahn war, ging es nach der Show immer direkt weiter.

Roberto öffnet sein Bier auf der Reeperbahn lieber selbst.


Friday, May 09, 2014

 
Fragen, Fragen, Fragen - und viele Antworten von Tom Klose.


Interview mit TOM KLOSE -- { aus Flensburg, wohnt jetzt in Hamburg. Irgendwo in Hohenfelde. Auf der Suche - nach dem perfekten Ort zum Musizieren und einer günstigen Wohnung. Unterwegs mit der Gitarre, ohne Bier und einer kräftigen Stimme. Derletzt auch mit Tim Bendzko - als Support auf Deutschlandtour. Bald geht's weiter. Seine Songs lassen sich nicht kategorisieren - sie winden sich zwischen Funk, Folk, Rock, Pop, Country, Blues. Seine erste EP heißt "Come Closer". Jetzt ruft das erste Album. Und der anstehende Urlaub - mit Gitarre unter'm Arm. Krasser Typ.  } 


Tom, du kommst aus dem Norden Deutschland, aus dem schönen Flensburg. Was muss man dort gesehen haben?
Unbedingt den Hafen! Der letzte Song, den ich heute Abend gespielt habe, handelt von Flensburg und vom Hafen. Ich bin dort jedes Mal, wenn ich zu Hause bin. Völlig unterbewusst zieht es mich da hin. Und jetzt wo das Wetter gut ist - umso mehr. 

Ist deine Gitarre dann mit dabei?
Nicht unbedingt. Letztes Mal hatte ich sie mit - just in case. Und das auch im doppelten Sinne. Sie ist auch "just in case" geblieben. Aber ich spiele gerne auf der Straße in Flensburg und will das jetzt auch mehr in Hamburg machen. Trotzdem muss ich mich hier in Hamburg noch überwinden. Und das ist komisch. Derletzt habe ich erst vor Tausenden gespielt und hier auf der Straße trau ich mich das noch nicht immer.

Live & unplugged: Tom Klose.

Facebook hat mir verraten, dass du erst letztens an den Landungsbrücken gespielt hast.
Ja, ich hatte irgendwie nach der Tour das Gefühl, dass ich einfach raus muss. Raus muss und spielen. Und wenn man für keine Auftritte gebucht wurde, dann macht man sich seinen Auftritt halt selbst. Und dann habe ich zusammen mit einem Kumpel gespielt. Es hat dann aber angefangen zu regnen und ist etwas ins Wasser gefallen, aber Spaß gemacht hat's trotzdem. Man wird nicht reich davon, aber ... vielleicht... also es sei denn, man spielt "Wonderwall" auf Repeat. 

Magst du denn auch auf der Reeperbahn spielen?
Mmmh. Ne, nicht so. Da mache ich inzwischen einen großen Bogen drum.

Also nicht dein Lieblingsplatz in Hamburg?
 Ne, absolut nicht. Die Reeperbahn ist so eher mein letzter Lieblingsplatz. 

An welchen Lieblingsplätzen findet man denn dann Tom Klose?
Ich mag die Alster sehr gerne. Und die Landungsbrücken. Allgemein finde ich Wasser super. Auch den Stadtpark. Natur und Wasser - das ist so meins. 

Wo wohnst du denn momentan?
In Hohenfelde.


Aha.
Jaja, du bist nicht alleine. Das kennt keiner. Aber demnächst will ich umziehen. In einen Stadtteil, der noch unbekannter ist. Wahrscheinlich wird das Rissen oder so. 

Wo findet man dich denn unter dem Feiervolk?
Also lange habe ich jede Woche im pooca gespielt. Da habe ich dann auch gefeiert. Aber meine Auftritte sind für mich das Feiern. Das Adrenalin - das ist noch viel härter als Alkohol. Da bin ich süchtig danach. Und hinter den Auftritten sitzt man meist noch zusammen und trinkt ein bisschen. 

Jetzt warst du ja die Vorband von Tim Bendzko. Wie wird man denn das? Kommt Tim zu dir und sagt "Ich will dich als Vorband!"?
Im November letzten Jahres habe ich meinen jetzigen Manager gefunden und ab Januar hat er bei seinen Kontakten überall gefragt, wo wir denn spielen könnten. Tim Bendzko kannte er noch von früher. Dann geht das diese ganzen Ecken- Er geht zur Bookingagentur, die geht zum Manager, der wiederum zu Tim. Und er hat gesagt "Ok" - also ging die ganze Kette wieder zurück.

 Und du dann JA!
Ja, weil ich es einfach toll finde, dass die Entscheidung auf Grund der Musik gefallen ist. Das ist das, was man sich wünscht. Oft genug ist es so, dass die Entscheidung auf Grund des Geldes fällt und der support dafür zahlt, spielen zu dürfen.
 
Ein Konzertbesucher möchte eine CD signiert haben. 
"Was soll ich drauf schreiben?", fragt Tom.  - "Irgendwas cooles".
"Irgendwas Cooles? Also nicht deinen Namen." - "Nein."
"Alles klar." Tom grinst. Der Edding huscht über das CD Cover.
#YOLO - Tom Klose.

28 Konzerte in 26 Städten. Irgendwelche Neuentdeckungen für den nächsten City-Trip?
Berlin war der krasseste Auftritt, den ich je hatte. Es waren nicht mal die meisten Besucher auf der ganzen Tour, aber die Stimmung vor Ort war einmalig. In Stuttgart waren 7000 Besucher und da hatte ich so muffesausen. Keine Ahnung, warum - aber ich habe zum ersten Mal vor so vielen Menschen gespielt. Aber du hast mich vorhin nach der Party gefragt und jetzt nach dem Urlaub. Für mich ist Musik zu machen irgendwie Party und Urlaub in einem. Für mich ist es mein Job und meine Freizeit. Aber ja, meine Freundin hat mich überredet, demnächst auch in Urlaub zu fahren. Vielleicht bin ich ein undankbarer Urlauber. Ich langweile mich sehr schnell, wenn ich keine Musik machen darf.

Danke für's Interview, Tom!

Dann muss ich nachfragen: Wohin geht's?
Das wissen wir noch gar nicht. Mal schauen. Aber mich zieht es eher raus aus Deutschland. 

Bist du dann eher Backpacker oder All-inclusive-Urlauber?
Mmh. Also ich wäre gerne der Backpacker-Typ, der Typ mit einem Kleidungsset und einer Gitarre. Der einfach seinen Job kündigt und raus in die Welt geht. Aber ehrlich gesagt, habe ich wahnsinnige Angst davor. Ich habe großen Respekt vor Singer/Songwriter, die das machen. Damien Rice hat das zum Beispiel gemacht und ist als Straßenmusiker durch Europa gezogen. Unglaublicher Typ. Super unglaublich. 

Wird der Urlaub denn gitarrenfrei?
Nenene, meine Gitarre kommt mit auf den Trip. Da werde ich wohl auch wieder Straßenmusik machen. Vielleicht auch die Reisekasse aufbessern. Es gibt keine ehrlichere Art und Weise Geld zu verdienen. Ungekünstelt- undproduziert - wenn es den Leuten gefällt, dann geben sie so viel Geld, wie sie möchten. Am Ende hast du dann so viel Kleingeld, dass du dir auch etwas zusammensparen kannst oder mit einem Haufen Kleingeld mal ein Essen bezahlen. 

Wohin geht deine aktuelle Reise im Studio?
Die Demos sind abgeschlossen. Die kommen demnächst zu den Labels, da wir noch kein Label gefunden haben. Aber wir sind guter Dinge und haben einen tollen Produzenten gefunden. 

25hours in Hamburg

Das Konzert fand im Hotel 25hours in der Hamburger Hafencity statt - Das Interview direkt nach dem Konzert. Tom spielt immer mal wieder im 25hours. Also kommt beim nächsten Mal rum!

Wednesday, January 15, 2014



Ich treffe Joseph. Sieben Jahre lang hat er in Frankfurt gelebt, studiert und gearbeitet. Er war in den 68ern in Deutschland und mit der Clique um Joschka Fischer unterwegs. 
"Wilde Zeiten", wie er mir mit einem Augenzwinkern erzählt, "aber mehr wird nicht verraten, Katie."

Nach seinem Beziehungsende ging es für ihn ohne Frau und Sohn wieder zurück in das Heimatland Kamerun. Zu groß war das Heimweh zu seinen Wurzeln. 
Seit zwei Jahren schlägt er sich in dem Küstenort Kribi mit Gelegenheitsjobs durch. In der Touristensaison arbeitet er als deutschsprachiger Reiseführer. Ehrenamtlich arbeitet er als Grabpfleger auf dem kleinen deutschen Friedhof hinter der katholischen Kirche im Dorfzentrum.



Für die Kostenerstattung von Pflanzen und Gartenmaterialien muss er um jeden Penney bei der deutschen Botschaft in Yaoundé betteln. Als ich ihn besuche, hatte ihn die Botschaft für das letzte Quartal wieder nicht bezahlt. Und das Geld war knapp. Sehr knapp. Zu knapp, um in den nächsten zwei Wochen über die Runden zu kommen. Wir gehen gemeinsam essen. Und zwar Salat. "Oje", denke ich. "Das ist keine gute Idee für meinen Magen. Rohkost und Kamerun passt nicht immer zusammen." "Doch - vertraue mir. Du wirst keine Probleme bekommen. Es ist der beste Salat der Stadt. Und das noch für einen kleinen Geldbeutel." Ich habe vertraut. Und Joseph hat Recht behalten. Keine Probleme. Und wahrlich der beste Salat der Stadt mit einem himmlischen Dressing. 

 

Joseph kennt sein Land gut. Als Reiseführer kennt er die Tiefen des Landes. Auf der großen Landkarte zeigt er mir, wohin ich noch reisen kann - ohne großen Gefahren ausgesetzt zu sein und rüstet mich mit Telefonnummern seiner Bekannten und Freunde im ganzen Land aus. "Melde dich bei ihnen und grüße sie von mir. Bei ihnen bist du sicher."


Lieber Joseph, 
jetzt ist es an der Zeit, deine Telefonnummer weiter zu geben. 

Liebe Freunde,
besucht Joseph und meldet euch bei ihm. Wenn nicht telefonisch, dann findet ihr ihn auf dem deutschen Friedhof hinter der Kirche in Kribi. Grüßt ihn von mir. Ihr werdet keine Probleme haben, sondern einen Freund kennenlernen, der im Süden Kameruns zusammen mit Pegy vom Tara Plage für fast drei Wochen zu meiner Familie geworden ist. Und ich hoffe, er zeigt euch auch so schöne Orte, die ich gesehen habe. 
Vor allem aber die Salatbar. 


Kontaktdaten Joseph (kamerunische Mobilfunknummer): 99017063 
Gerne gebe ich bei Wunsch auch seine Emailadresse weiter. Schreibt mir dazu eine Mail an itchyfeetish@gmail.com




Alles Liebe, 
Katie




Monday, January 06, 2014



Das Frisurenthema lässt Frau auch im neuen Jahr nicht los. Und inspiriert aus diesem Post über den kamerunischen Hairstyle gibt es jetzt das passende Video dazu. Mit neuen Frisureninspirationen. Und zwar von den Profis im Flechten. Auf nach Kamerun!

Do you need hairdressing inspiration à la Cameroon? - Well, this video matches your search and gives you an idea of cameroon hair style.









xxx 
Katie

Wednesday, December 11, 2013







An Instagram Short film ...made possible by 852 different Instagram users...  very special! Have a look!

Wednesday, October 23, 2013



Wir liegen auf den Surfbrettern und warten. Es ist Flut und eigentlich wäre es Zeit für gute Wellen – bisher sind es nur kleine Wogen. Aber wir haben Zeit und Platz. Wir sind die einzigen Surfer am Tara Plage, einer Bucht von Kribi im Süden Kameruns.



Die Fischer fahren mit ihren schmalen Kanus an uns vorbei. Ein kurzes Schwätzchen, dann paddeln sie auch schon weiter.
Pegy schreit laut und schlaegt dabei leicht seine Hand an die Lippen und zurück. „So locken wir hier die Wellen“, erklärt er mir und fordert mich auf, ebenfalls laut zu schreien. Ich schreie. Versuche mich im Lockruf. So habe ich noch nie auf eine Welle gewartet.

Pegy
Das erste Surfbrett bekam Pegy als 15-Jähriger von einem französischen Hotelbesitzer, der ihm ein Longboard aus Biarritz mitbrachte. Eine Seltenheit für Kameruner, da es in Kamerun keine Surfshops gibt. Surfbretter und Equipment müssen importiert werden. Nicht mal ein Bodyboard gibt es im Land zu kaufen. Pegy sah Surfer im Fernsehen und war fasziniert. Mit einem Bodyboard eines Touristen stürzte er sich zum ersten Mal mit einem „Brett“ in die Wellen. Nach dem Longboard aus Frankreich folgte das Shortboard. 


Da kommt eine. Ich paddle los und spüre, wie die Welle mich davonträgt. Die Wellen brechen hier nicht weit vom Strand, sodass es ein kurzes Vergnügen ist. Ich blicke zurück und sehe, wie Pegy gerade eine der nächsten Wellen nimmt. Wir paddeln gemeinsam wieder zurück.

„Touristen bringen ihre alten Bretter mit und lassen sie dann hier“, erklärt mir der 31-Jährige seine Sammlung von Surfbrettern. „Dazu haben schon Surfer, die hier waren andere Surfer animiert, ihre alten Bretter mitzunehmen und dann hier zu lassen.“
In knapp zwei Monaten beginnt die Touristensaison - bis dahin will Pegy seine Surfschule eröffnet haben. Bodyboard, Stand-up-paddling, Kitesurfen und Wellenreiten stehen auf dem Programm. Wenn ich das nächste Mal komme, wird er wohl kein „einsamer Surfer“ mehr sein.
Pegys Traum ist eine Welle in Hawaii zu reiten. „Die sehen einfach toll aus, diese Wellen dort“, meint er begeistert zu mir, bevor er lospaddelt und sich von der nächsten Welle tragen lässt.

Ich paddle bei der nächsten Welle und lasse mir zu viel Zeit beim Aufstehen. Ich lande nicht auf dem Brett, dafür in der Welle und werde geschleudert – und an den Strand gespült. Sand geschluckt. Bäh. Haare vom Sand ausschütteln, auf’s Brett und zurückpaddeln.


„Du willst also nach Hawaii.“
„Ja, unbedingt. Anfang Juli war hier in Kribi ein Tsunami. Es gab die höchsten Wellen seit 1997 hier und viele Hotels am Strand wurden beschädigt.“
„Krass.“
„Krass waren die Wellen, Katie. Ich sag’ dir, die waren sechs bis acht Meter hoch und zum Surfen super. Wie ist dann erst Hawaii?!“
„Wie zum Surfen super? Du warst während des Tsunamis SURFEN??“
„Na klar, das wollte ich mir nicht entgehen lassen! Das hättest du sehen sollen. War einfach großartig.“
Darauf kann ich nichts mehr entgegnen, da Pegy schon wieder mit der nächsten Welle Richtung Strand fährt. Krasser Typ. Geht Surfen, wenn Tsunamiwellen nebenan Hotelanlagen überfluten.

Die Fischer stehen in ihren flachen Kanus und ziehen die Fischernetze ein. Legt man den Kopf auf das Brett, könnte man auch meinen, die Männer stehen wie beflügelt einfach auf dem Wasser. Und dahinter plumpst die Sonne in den Atlantik. Ich blicke zu Pegy – er kommt zurückgepaddelt. Und ich sehe eine nächste Welle kommen. Könnte klappen. Also los.

Tara Plage
---- english

 Pegy is the only surfer in Kribi, South Cameroon. He started surfing with a longboard which was a gift of a friend from Biarritz. You can’t find a surfshop in Cameroon – every board is imported. His dream is a ride on the waves of Hawaii. „They look crazy in the TV“, he told me. A Tsunami hit the coast this year in july – and Pegy went surfing on the six to eight-meter high waves while hotels next door were damaged by other waves from the tsunami. He plans to open a surfschool in november for the tourist season. After he probably won’t be the only surfer in Kribi anymore.


Location: Beach called „Tara“, south of Kribi. Ask for Pegy at the reception of the hotel „Tara Plage“. 

Tara Plage, Kribi
#surfingcameroon #Kribisurfing #TaraPlage