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Wednesday, July 02, 2014
Thursday, June 26, 2014
| Interview im Baseler Hof, Hamburg |
Vom Hurricane-Festival (Bilder folgen noch für einen party-stimmingen Start ins Wochenende) ging es Anfang der Woche in den Baseler Hof, einem vier-Sterne Hotel direkt an der Alster in Hamburg.
Dort treffe ich Ignace Vandycke, den Küchenchef des Hauses
{ Seine Vita liest sich wie ein Reiseguide um die Welt. In Belgien geboren, in Paris die Confisserie-Schule "gelebt" und in der Schweiz, in Malaysia und Thailand gekocht. Bestimmt habe ich nicht alle seine Kochstationen damit aufgegriffen. Aber was zählt: Jetzt ist er in Hamburg. Hier fühlt er sich pudelwohl, wie er mir verrät. Nach dem Interview bin ich begeistert - Iggy ist ein authentischer Typ, der zu seiner Meinung steht. Und den ich wohl nie bei McDonalds treffen werde. }
Iggy, du bist so viel rumgekommen. Seit wann bist du in Hamburg?
Ungefähr seit 2000 - kann auch 1999 sein.
Und warum gerade Hamburg?
Ach - ich bin wegen einer Frau in die Schweiz, wegen einer Frau nach Malaysia und wegen einer Frau nach Hamburg. Jetzt habe ich hier eine Familie und bleibe auch hier.
Was ist hier in Hamburg dein Lieblingsplatz?
Die Elbe hat für mich etwas Besonderes. Das Wasser. Ich bin eher ein Elbe-Typ. Aber ich bin auch sehr gerne im Stadtpark.
Auf deinen "Kochstationen" auf der ganzen Welt hast du viele Köstlichkeiten kennengelernt. Was vermisst du hier in Deutschland? Vielleicht die belgische Schokolade?
So kleine Produkte wie die Blutwurst vermisse ich. Wenn wir die bestellen, lasse ich sie immer aus Frankreich kommen. Die deutsche Blutwurst ist nicht mein Geschmack. In Malaysia gibt es leckere Meeresfrüchte. Aber in Asien gibt es auch viele Dinge, die gewöhnungsbedürtig sind. Die gibt es in den hiesigen asiatischen Restaurants auch nicht so, wie sie in original sind. Das Essen ist an die Deutschen angepasst. Leider. Ich verstehe ja, dass sie es nicht so scharf machen. Aber oftmals geht auch der Originalgeschmack verloren. Das ist sehr schade.
Wenn ich an asiatische Märkte denke, dann auch an ganz viel Essen, das ich nicht kenne.
Ja, das stimmt. Ich habe in meiner Zeit dort viel probiert und nur einmal etwas gegessen, das mir nicht geschmeckt hatte. Vielleicht lag es aber auch an der Zubereitung.
Schildkröte und Schlangenblutschnaps.
Was war das?
Ich stand auf dem Markt und habe etwas gesehen, das ich unbedingt essen wollte. Schildkröte.
Krokodil und Hai hast du also bestimmt auch schon gegessen?
Ja. Krokodil, Hai, Schlange und in Hongkong gab es mal Schlangenblutschnaps.
Irre - Also Alkohol aus Schlangenblut. Das spricht für Entdeckerlust. Warst du schon immer darauf aus, als Koch neue Gerichte zu entdecken?
Ich war zuerst Confisseur. Da habe ich in Paris gelernt und bin dann in die Gastronomie gerutscht. Zu Beginn war ich nur für die Süßspeisen zuständig - später wurde ich Küchenchef. Ich habe mir das Kochen in 35 Jahren selber beigebracht, also autodidaktisch.
"Die Deutschen fahren einen Mercedes, kaufen aber bei Penny ein."
Wie hat dich die Zeit in Paris geprägt?
Sehr - in Deutschland ist das Motto "Geiz ist geil". Das hat man in Frankreich nicht so. Die Franzosen fahren vielleicht einen verrosteten Citroen, aber sie gehen einmal in der Woche gut essen. Die Deutschen fahren einen Mercedes, kaufen aber bei Penny ein.
Gibst du mehr Geld für dein Essen, als für dein Auto aus?
Ja, auf jeden Fall. Ich fahre mein Auto schon seit 15 Jahren. Und es hält. Ich brauche nur ein Mittel, das mich von links nach rechts bewegt. Manchmal denke ich, dass den Deutschen eine fette Karre wirklich wichtiger ist, als gutes Essen.
Mit seinen Kindern isst er nicht in Fast-Food-Ketten.
Und wenn alles schief läuft, wird diese Einstellung an die Kinder weitergetragen und McDonalds oder Burger King wird zum Alltag.
Meine Kinder kennen das nicht. Ich war mit ihnen noch nie bei McDonalds. Vor zwei Jahren war meine jüngste Tochter mal auf einem Kindergeburtstag. Da ging es dann zu McDonalds zum Essen. Und abends rief mich die Mutter des Geburtstagskindes an und erzählte mir, dass meine Tochter das Essen wieder ausgespuckt hätte. Da war ich stolz auf meine Tochter. Sie fand den Hamburger nicht lecker - und sie kannte diesen Geschmack ja auch nicht.
Als Koch, aber auch als Vater - was möchtest du Kindern weitergeben, wenn es um Essen geht?
Sie sollen sich auf alle Fälle mit Essen befassen. Ich hatte nicht immer Lust, Lego mit meinen Kindern zu spielen. Also habe ich sie mit in die Küche geholt und mit ihnen Kartoffeln oder Karotten geschält. Im Supermarkt wissen meine Kinder, wie eine Aubergine aussieht. Viele Jugendliche kennen das nicht mehr. Cola und Fanta gibt es bei uns nicht. Wenn, dann Orangensaft oder Apfelschorle. Kinder brauchen nicht so viel Zucker, Zucker, Zucker.
Sein Tipp für vegetarische Gerichte: Gewürze, Gewürze, Gewürze.
Kochst du gerne vegetarisch?
Ich bin kein Vegetarier, aber ich esse gerne vegetarisch, wenn es gut gemacht ist. Viele Köche kochen sehr langweilig, wenn sie vegetarisch kochen. Die kochen nämlich wie sonst und lassen einfach das Fleisch weg. Aber Fleisch ist ja auch ein Geschmacksträger.
Was macht für dich ein gutes vegetarisches Gericht aus?
Gewürze. Gewürze. Gewürze. Ich bin viel in Indien gereist und war dort immer nur mit dem Rucksack unterwegs. Dort essen die Menschen jeden Tag vegetarisch, das wird auch nicht langweilig. Du kannst dort jeden Tag etwas anderes essen. Sie lassen zwar den Geschmacksträger Fleisch weg, aber kochen mit vielen Gewürzen.
Und wie stehst du zu veganem Essen?
Auch das kann lecker sein. Hier im Baseler Hof wollen wir uns jetzt an veganes Essen ranwagen - und nicht immer nur gebratenes Gemüse anbieten, wenn jemand ein veganes Gericht möchte.
Danke für das Interview und alles Gute für dich.
| Ein Highlight im Kleinhuis: der "Open Cellar". |
Na dann - Prost!
Das Interview und mein Aufenthalt im Hotel Baseler Hof wurde mit freundlicher Unterstützung des Baseler Hofs ermöglicht.
Sunday, May 25, 2014
Wie klingt Elbjazz? - so die Frage im Elbjazz-Magazin von Tina Heine, der Geschäftsführerin der Elbjazz GmbH. Die Idee für's Elbjazz entstand 2006 - damals kritzelte sie ihre Ideen in der heimischen Küche auf zwei DINA 4- Seiten. Sie und ihre Freunde wollten Hamburg jazzig machen - dem Jazz in Hamburg einen Raum bieten. Aber wie kann man so ein Projekt stemmen? - So ohne Erfahrung im Konzertbusiness, ohne Sponsoren aber mit dieser einen Vision?
Ich bin zum ersten Mal hier auf dem Elbjazz. Hamburg erlebt an diesem Wochenende seine zweite Hitzewelle in 2014 - und das Kleidchenwetter ist optimal für die Gute-Laune. Optimales Freibadwetter. Aber ich folge der Musik. In der Hafencity hole ich mir mein Pressebändchen ab. Dort - direkt zu Füßen der erhabenen Elbphilharmonie - sehe ich schon die erste Bühne. Massen an Menschen strömen durch die Hafencity, dem wahrscheinlich architektonisch modernsten Stadtteil Hamburgs. Nebenan in der Speicherstadt steht ein Filmset - wieder neue Szenen für "Notruf Hafenkante".
Kleiner Hamburg-Tipp am Rande.
Mit dem Fahrrad geht es weiter zum Alten Elbtunnel. Und wenn ihr mal in Hamburg seid, ist das ein kleiner Tipp, wie man Hamburg "mal anders" sehen kann. Direkt an den Landungsbrücken geht es mit dem Aufzug unter die Elbe. Jaja - und dann einmal 450 Meter unter der Elbe hindurchlaufen. Schwupps, ist man auf der anderen Seite und blickt auf die Hamburger Skyline.
Das Blohm+Voss Gelände liegt direkt am Alten Elbtunnel. Die Musik lockt. Das Gelände ist von Kränen umsäumt. Links und rechts, überall riecht es lecker - und von den Bühnen durchschneiden bunte Lichtstrahlen das Gesamtbild. Um mich herum sehe ich nichts als Menschen, Menschen, Menschen. Also rein ins Getümmel. Für ein Crèpe stehe ich später 20 Minuten an.
Aber wie klingt denn jetzt Elbjazz?
Friday, May 23, 2014
INTERVIEW mit ROBERTO CAPITONI -- { hach, wieder mit einem Schwaben zu schwätze, tut guat. Roberto ist im Interview vor seiner Moderation im Quatsch-Comedy-Club so lebensfroh wie ein Italiener, so direkt wie ein Schwabe und püntklich wie ein Deutscher. Ich mag seinen Humor. Und seine Lieblingsplätze, die er mir verrät. Obwohl er mir keinen Witz erzählt. Aber er ist Einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Authentisch! }
Roberto - du Vollblutschwabe. Du kommst aus Isny und hast auch in Stuttgart schon gelebt. Wo waren in der Schwabenmetropole deine Lieblingsplätze?
In der Zeit, als ich in Stuttgart gelebt habe, ging das ja mit den Hausbesetzungen los. Und ich war damals noch als Punk unterwegs. Also mit kurzen, gefärbten Haare. Ich war viel auf dem Schlossplatz unterwegs. Der wurde jetzt aber ja auch schon wieder ziemlich umgebaut. Jedes Jahr ist wieder etwas anders. Aber vor dem Schloss ist es dort einfach immer schön - gerade im Sommer. Da bin ich, wenn ich mal wieder in Stuttgart bin, am liebsten.
Sein Lieblingsplatz in Koblenz? - Bei seiner Frau im Bett.
Wie ging es nach Stuttgart für dich weiter?
Nach Stutgart ging es Richtung Schorndorf und Winnenden, dann wieder kurz zurück ins Allgäu. Anschließend für 14 Jahre nach Köln und heute bin ich seit etwa 14 Jahren in Koblenz.
Hast du in Koblenz auch einen "Lieblingsplatz"?
Ja, den habe ich. Bei meiner Frau im Bett.
(Ich lache) Sehr gut.
Nein Quatsch - es gibt auch noch andere. Ne, also in Koblenz gibt es wirklich viele schöne Plätze. Zum Beispiel oben auf dem Ehrenbreitstein. Die große Festung wurde jetzt ausgebaut durch die Bundesgartenschau. Dann gibt es da noch das Deutsche Eck, wo der Rhein und die Mosel zusammenfließen - Da ist es wunderschön. Auch die Altstadt hat ganz tolle Ecken. Da gab es früher mitten in der Stadt einen Platz, der immer nur betoniert und für mich der hässlichste Platz überhaupt war. Jetzt gibt es dort ein tolles, neues futuristisches Gebäude mit der Stadtbiblitohek von Koblenz.
Also tut sich etwas in Koblenz. Sollte man da hinziehen? Vielleicht sogar weg von Hamburg?
Hamburg ist für mich und meine Frau mit die geilste Stadt Deutschlands. Ich bin ja auch sehr viel in Berlin und in anderen Städten unterwegs, aber Hamburg hat sowas Großes. Wenn man es wollte, steigt man ins Schiff und fährt nach Amerika. Der Gedanke ist einfach schön. Gestern waren wir bis drei Uhr früh auf in der Schanze unterwegs - das hat einfach was. Und die Reeperbahn ist sowieso immer nahe am Puls. Als der Quatsch Comedy Club noch auf der Reeperbahn war, ging es nach der Show immer direkt weiter.
Roberto öffnet sein Bier auf der Reeperbahn lieber selbst.
